Inhalt
Diagnostik und Untersuchungen
- Auffällige augenärztliche Routineuntersuchung - und dann?
- Der Amsler-Gitter-Test
- Ablauf der Untersuchung beim Augenarzt
- Zeichen der feuchten AMD
- Fluoreszenz-Angiographie
- Indocyaningrün-Angiographie (ICG)
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Woran erkennt der Augenarzt eine AMD?
Bereits bei der Routineuntersuchung kann der Augenarzt Veränderungen an der Netzhaut bzw. an der Makula erkennen. Falls diese Veränderungen nicht im normalen Bereich liegen, wird er weitere Untersuchungen durchführen:
- Amsler-Gitter-Test
- Funduskopie
- Fluoreszenzangiographie.
Verwandte Fragen
Was ist der Amsler-Gitter-Test?
Der Amlser-Gitter-Test ist eine einfache Methode, um erste Hinweise zu erhalten, ob möglicherweise eine Netzhauterkrankung vorliegt. Der Arzt testet damit, ob bei Ihnen ein verzerrtes Sehen vorliegt. Sie selbst können den Test zu Hause durchführen, um den Verlauf Ihrer Makuladegeneration besser einzuschätzen.
(Das folgende PDF ist nicht barrierefrei)
Amsler-Gitter
zum Download im PDF-Format: Abmessung des Gitters muss genau 10 x 10 cm betragen
Das Amsler-Gitter sollten Sie in ca. 30 bis 40 cm Entfernung halten. Falls Sie eine Lesebrille besitzen, sollten Sie diese aufsetzen. Decken Sie ein Auge ab und fixieren Sie mit dem anderen Auge den Punkt in der Mitte des Gitters. Wiederholen Sie dies mit dem anderen Auge. Im Normalfall sollten alle Linien gerade und parallel wirken und alle Quadrate gleich groß erscheinen.
Achtung: Wenn Sie verzerrte oder gebogene Linien sehen oder Kästchen nicht erkennen können, könnte dies ein Zeichen einer Netzhauterkrankung sein. Bitte suchen Sie baldmöglichst Ihren Augenarzt auf.
Verwandte Fragen
Wie läuft die Untersuchung beim Augenarzt ab?
Der erste Schritt bei Verdacht auf eine AMD ist eine Untersuchung der Netzhaut mit einem speziellen Gerät (Ophthalmoskop). Der Arzt erweitert mit Augentropfen die Pupille und untersucht den Augenhintergrund mit der Netzhaut, dem Ort des Eintritts des Sehnerven und der Makula. Er sucht nach bestimmten Veränderungen am Augenhintergrund:
- krankhafte Ablagerungen von Abbauprodukten (Drusen) oder
- krankhafte Blutgefäßeinsprossungen oder
- Austritt von Blut.
Findet er solche Hinweise auf eine AMD, kann er zur Dokumentation des Krankheitsverlaufs den Augenhintergrund fotografieren. Liegen auffällige Veränderungen vor, wird er weitere Untersuchungen durchführen.
Es kommen folgende Untersuchungen in Frage:
- Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung des vorderen und hinteren Augenabschnitts.
- Fluoreszein- oder Indocyaningrün-Angiographie zur Darstellung der Blutgefäße.
- Optische Kohärenztomographie zur Bestimmung der Netzhautdicke.
In der Regel wird zunächst eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt.
Verwandte Fragen
- Was sieht der Augenarzt bei einer feuchten AMD?
- Was ist eine Fluoreszenz-Angiographie?
- Wann wird die Indocyaningrün-Angiographie eingesetzt?
Was sieht der Augenarzt bei einer feuchten AMD?
Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds kann der Augenarzt eine Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut erkennen, die an manchen Stellen dazu führt, dass sich Abschnitte der Netzhaut anheben. In den Bezirken mit krankhaftem Wachstum von Blutgefäßen verfärbt sich die Netzhaut gräulich-grün. Es sind typische gelbliche Ablagerungen (Drusen) zu erkennen. Es kann zu Rissen in einer Schicht der Netzhaut kommen, zu Blutungen und Narben unter der Pigmentschicht der Netzhaut.
Verwandte Fragen:
Was ist eine Fluoreszenz-Angiographie?
Die Fluoreszenzangiographie, auch Farbstoffuntersuchung, ist eine wichtige Methode, um zu klären, ob eine AMD besteht und welche genaue Form einer AMD vorliegt. Mit ihrer Hilfe kann der Arzt Bereiche mit anormalem Gefäßwachstum besser beurteilen.
Der Arzt spritzt Ihnen einen Farbstoff, z. B. Fluoreszein, in die Armvene. Fluoreszein ist ein Farbstoff, der bestimmte Strukturen am Augenhintergrund besser sichtbar macht, beispielsweise neu gebildete oder undichte Blutgefäße.
Der Farbstoff erreicht über den Blutkreislauf die Blutgefäße des Auges in wenigen Minuten. Er verteilt sich zunächst in der Aderhaut, später in der Netzhaut des Auges. Unter blauem Licht leuchtet das Fluoreszein. So werden kleinste Blutgefäße der Netzhaut bei der Fotografie des Augenhintergrunds besser sichtbar.
Mit der Fluoreszenz-Angiographie kann der Arzt zwischen bestimmten Formen
einer feuchten AMD unterscheiden. Diese Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig.
Eine Fluoreszenz-Angiographie wird bei Patienten durchgeführt, bei denen
der Verdacht auf eine feuchte AMD
besteht und bei vielen Patienten mit trockener AMD,
um das Fortschreiten der Erkrankung zu dokumentieren und die Merkmale der
Drusen zu bestimmen.
Verwandte Fragen:
- Wann wird eine Indocyaningrün-Angiographie eingesetzt?
- Was sieht der Augenarzt bei einer feuchten AMD?
Wann wird die Indocyaningrün-Angiographie eingesetzt?
Die Indocyaningrün-(ICG)-Angiographie wird viel seltener durchgeführt als die Fluoreszenzangiographie. Sie kann bei Netzhaut-Schädigungen mit schlecht abgegrenzten Rändern und bei Blutungen nützlich sein. Man verwendet dazu einen Farbstoff, durch den die Blutgefäße besser sichtbar werden. Besonders wichtig ist das Verfahren, wenn der Verdacht auf eine bestimmte Form der feuchten AMD bestätigt werden soll. In der ICG-Angiographie werden die Gefäße der Aderhaut deutlich sichtbar.
Warum sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig?
Die regelmäßige Untersuchung bei einer trockenen AMD hat zum Ziel, zu erkennen, wenn die trockene Form in die feuchte übergeht. Dann kann eine Behandlung möglich und sinnvoll
werden.
Auch bei der feuchten AMD sind
häufige Untersuchungen wichtig. Möglicherweise
kam zum Zeitpunkt, als die AMD
entdeckt wurde, noch keine Behandlung in Frage. Schreitet die Erkrankung
fort oder verändern
sich die erkrankten Bereiche, kann schließlich doch eine Behandlung
in Betracht kommen.